Salveo-Mitarbeiterinnen und Gesundheitsmentorin besuchen die Altenpflegeeinrichtung St. Gereon

Am 28.06.2018 besuchten wir, die Salveo-Mitarbeiterinnen Beate Eishauer und Johanna Müller gemeinsam mit der Gesundheitsmentorin Rebecca Zölzer die Einrichtung St. Gereon für Seniorendienste in Hückelhoven-Brachelen. Die der Caritas angegliederte Einrichtung bietet unter dem Slogan „Wir pflegen Menschlichkeit“  seit 1965 Pflegeberatung, einen ambulanten Pflegedienst, Tagespflege, betreutes Wohnen und Kurzzeit- und Heimpflege an. In den Jahren 2014 und 2015 erhielt St. Gereon im Rahmen des bundesweiten Great Place to Work Wettbewerbs die Auszeichnungen „Bester Arbeitgeber Gesundheit und Soziales“ und „Deutschlands beste Arbeitgeber“ , wurde vom Fokus Magazin als „Top-Pflegeheim“ ausgezeichnet und verfügt über zahlreiche weitere Qualifizierungen und Auszeichnungen. Insbesondere die Auszeichnung des Great Place to Work Wettbewerbs ist deshalb interessant, weil die Mitarbeitenden ihren Arbeitgeber wählen und auf diesem Wege ihre außergewöhnlich hohe Arbeitszufriedenheit zum Ausdruck bringen. 97% der Mitarbeitenden sind stolz darauf, bei St. Gereon beschäftigt zu sein.

Gesundheitsorientierte Leitsätze

Vor diesem Hintergrund interessierte uns vor allem, welche Aspekte zu dieser hohen Arbeitszufriedenheit beitragen, wie die Einrichtung organisiert ist und welche Strategie sie in Sachen BGM und Gesundheit verfolgen. Empfangen und begleitet wurden wir von dem Geschäftsführer Herrn Bernd Bogert sowie der MAV-Vorsitzenden Manuela Garbrecht, welche beide den Grundsatz vertreten, dass die christlichen Werte auch und vor allem für die Mitarbeitenden zu gelten haben. Sie werden geleitet von zwei zentralen Glaubenssätzen: „Arbeit muss Spaß machen“ und „Gibt’s nicht gibt’s nicht“ – grundsätzlich ist alles möglich, solange die Leitfrage „Was macht das mit den Mitarbeitenden?“ positiv beantwortet werden kann. Zu den Mitarbeitenden zählen mehr als 500 Personen, wobei sich rund 200 von ihnen in der einrichtungsinternen Ausbildung befinden. Begleitet werden sie in der angegliederten Schule und angeleitet durch das Pflegepersonal, das zu nahezu 100% mit Fachkräften besetzt ist. Auf 16 Bewohner kommen somit sechs examinierte Pflegekräfte. Die meisten der Mitarbeitenden, auch die im ambulanten Dienst beschäftigten, haben einen Arbeitsvertrag mit 100%. Selten gibt es Personen mit einem geringeren Anstellungsumfang als 80% und alle Angestellten sind beim Anstellungsträger zu den Bedingungen des AVR-Caritas eingestellt. Gearbeitet wird dabei in flachen Hierarchien, die Position der Stationsleitung entfällt und die Leitung liegt bei der Pflegedienstleitung, welche die in der Verantwortung der Mitarbeitenden erstellten Dienstpläne nur noch kontrolliert. Arbeitszeitkonten werden in einem Rahmen von +/- 30 Stunden geführt, in dessen Rahmen die Mitarbeitenden eigenständig Stunden auf- und abbauen können. Überstunden treten nur in sehr seltenen Fällen auf und werden umgehend abgebaut. Die von den Mitarbeitenden gewünschten Arbeitszeiten werden beim Einstellungsgespräch besprochen und richten sich nach den individuellen Bedürfnissen und Lebensumständen der jeweiligen Person. Der konkrete Einsatz und die Aufgabenverteilung auf die einzelnen Mitarbeitenden richten sich nach dem durch einen Kompetenz-Kompass individuell ermittelten Stärkenprofil eines jeden Einzelnen. So kommt es, dass es Pflegekräfte gibt, die speziell für Bewohner mit Demenz zuständig sind und ihre täglichen Touren unabhängig von Stationen oder Abteilungen durch die Häuser gehen. Die Dokumentation erfolgt über Dogging-Stations, die sich unmittelbar im Wohnbereich auf den Fluren befinden, sodass sie Fachkräfte keine zusätzlichen Wege zurücklegen müssen. Die Strukturierung innerhalb der Häuser erfolgt durch Hausgemeinschaften, die sich jeweils an den Enden der Wohnbereiche befinden. Hier stehen den Bewohnern eine Küche und ein Aufenthaltsraum zur Verfügung, die mit zwei Fachkräften besetzt sind. Die Bewohner können täglich neu entscheiden, welcher Hausgemeinschaft sie sich anschließen, ob sie ihre Mahlzeit in der Kantine oder im Esszimmer einnehmen und ob sie sich an der Zubereitung des Essens beteiligen möchten. Grundsätzlich gilt für die Pflegekräfte: So wenig wie möglich tun – damit die Bewohner selbst aktiv werden und ihren Tag gestalten können. Einfache Aufgaben, die sie selbst verrichten können, werden ihnen nicht abgenommen, sondern sie bekommen nur die individuell notwendige Unterstützung. Dadurch bleiben die Aufgaben an das Personal verstehbar und handhabbar und die Mitarbeitenden gehen zufrieden nach Hause. Sollten die Angehörigen diesem Konzept nicht zugetan sein oder zusätzliche Leistungen fordern, die für das Personal nicht zumutbar sind, nimmt sich die Einrichtung die Freiheit, Bewerber abzulehnen.

Individuelle Gesundheitsförderung

Das Thema Gesundheit hat St. Gereon ebenso individuell und alternativ gelöst, wie das Hauskonzept und kann von einer extrem niedrigen Krankenquote von 3% sprechen. Zwar gibt es immer noch vereinzelt Angebote in Form von Gesundheitskursen, sowie Kursen, die von den Mitarbeitenden in Eigenregie angeboten werden können, vor allem aber geschieht Gesundheitsförderung auf zwei Wegen: Zum einen erhält jeder Mitarbeitende eine Zuschuss von 120 € jährlich, wenn er sich auf irgendeine Art und Weise sportlich betätigt – sei es das tägliche Joggen im Wald, der Spaziergang mit dem Hund oder die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Die neuen Laufschuhe oder das Hundefutter werden bei Vorlage des Beleges vom Arbeitgeber übernommen. Zum anderen nimmt ein Großteil der Mitarbeitenden an einem virtuellen Geh-Wettbewerb teil. Wer in 3 Monaten täglich 10.000 Schritte geht und auf diese Weise die Distanz zwischen New York und Washington DC bewältigt, erhält drei Urlaubstage zusätzlich. Fortbildungen fördert die Einrichtung mit einer Bezuschussung von 2/3 der Kosten und das, obwohl eine Karriere innerhalb des Betriebes kaum möglich ist. Die eigene Fortbildung und Weiterentwicklung des Menschen wird als ein Grundbedürfnis angesehen, das sich jeder Mitarbeitende erfüllen kann. Die Pflichtschulungen sind davon ausgenommen – sie können vom Personal online und innerhalb der Arbeitszeit absolviert werden.

Wir waren beeindruckt

Der Besuch bei St. Gereon hat uns alle sehr beeindruckt. Die Atmosphäre innerhalb des Hauses ist warm und offen und Personal und Bewohnern ist die Zufriedenheit mit ihrer Arbeits- und Lebenssituation deutlich anzumerken. Unser Dank gilt Herrn Bogert und Frau Garbrecht, die uns inspirierende Einblicke in die Einrichtung gaben und unseren Fragen Rede und Antwort standen.

Hier finden Sie weitere Infomrationen zu St. Gereon.

Auch den Naturheilmittelhersteller Pascoe haben wir besucht. Hier finden Sie unseren Erlebnisbericht.