Betriebliches Gesundheitsmanagement – Mehr als Obstschale und Fitnesskurs

Am 22. und 23.10.2018 besuchten die beiden Salveo-Mitarbeiterinnen Beate Eishauer (BGM-Beauftragte) und Johanna Müller die Fortbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement – Mehr als Obstschale und Fitnesskurs“ im Bildungshaus Bad Nauheim. Gefördert wird die Fortbildung von der AOK, die einen erheblichen Teil der Kosten übernahm.

Mit der Unterstützung des Referenten Herr Jürgen Voß von BIT Bochum erarbeiteten wir die Schritte zum Aufbau eines BGM und hatten in diesem Zuge die Gelegenheit, die aktuelle Situation im St. Elisabeth-Verein e.V. näher zu betrachten und die bisher aufgebauten Strukturen sowie deren Wirkungen im Kontext der Dezentralität zu überprüfen. Wir beschäftigten uns mit den Handlungsfeldern des BGM, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • Arbeitsschutz (Pflicht des Arbeitgebers; dient dem Gesundheitsschutz und ist die Basis des BGM)
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (Pflicht des Arbeitgebers)
  • Betriebliche Gesundheitsförderung (Pflicht der Krankenkassen)
  • Freiwillige Leistungen (durch den Arbeitgeber. Hier stellten andere Teilnehmende beispielsweise die Unterstützung der Mitarbeiter durch eine Hotline (EAP), die Möglichkeit zur Inanspruchnahme von Coachings und Supervisionen sowie das Angebote eines betrieblichen Kindergartens vor).

Die einzelnen Handlungsfelder sollten ineinandergreifen und sich gegenseitig unterstützen, sodass das BGM Teil der Unternehmenskultur wird. Grundsätzlich kann ein BGM verstanden werden als das Ziel, als Arbeitgeber alles, was er für die Gesundheit seiner Mitarbeitenden tun kann, auch zu tun.

Zentrale Themenfelder

Im Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen bildeten sich zwei größere Themenfelder heraus, auf die wir im Laufe des Seminars immer wieder zurückkamen. Zum einen benötigt ein gelingendes BGM die Akzeptanz und Unterstützung der Führungskräfte auf allen Ebenen. Besonders entscheidend seien hierbei der Vorstand sowie die höchste Führungseben, in unserem konkreten Fall die Geschäftsbereichsleitungen. Zum anderen stellte Herr Voß wiederholt ein wesentliches Instrument des BGM hervor – die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung. Diese sei, so Herr Voß, als Teil des Arbeitsschutzes und damit rechtlich vorgeschrieben, der Beginn aller Maßnahmen. Aus der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung ließen sich im Folgenden sowohl Maßnahmen zur Personalentwicklung als auch zur Organisationsentwicklung ableiten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement im St. Elisabeth-Verein

Zusammenfassend bestätigte die Fortbildung unsere Annahmen und Ansätze im Hinblick auf ein gelingendes BGM und wir konnten die Zeit gut zur Reflexion und Überarbeitung unserer bisherigen Ansätze nutzen. Die Vorteile einer Verzahnung von Salveo und BGM wurden noch einmal deutlich, sowie gleichzeitig die Notwenigkeit, im Verein und auf allen Führungsebenen eine gemeinsame Haltung in Bezug auf das Ziel, ein gesundes Unternehmen zu werden, einzunehmen. Hierbei sollte die dezentrale Struktur beachtet und zugleich das Instrument einer zentralen Steuerungsgruppe BGM genutzt werden.

Für Personen, die sich strukturell mit dem Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement beschäftigen möchten oder einen Raum zur angeleiteten Reflexion der aktuellen Situation in Bezug auf die Gesundheit im Betreib suchen, können wir die von der AOK geförderte Fortbildung bei Herrn Voß empfehlen.