Gesundheit im Unternehmen – ein Thema von Haltung und Bewusstsein. Salveo-Seminar für Führungskräfte

ein Bericht von Walter Junck und Johanna Müller

Führungsreflexion mit Salutogenese

Im August und Oktober fanden sich im Rahmen von Salveo insgesamt 24 Führungskräfte des St. Elisabeth-Vereins  für zweimal zwei Tage zusammen, um sich mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen, und zwar sowohl mit Blick auf die Mitarbeitenden als auch besonders konzentriert  auf die Situation als Leitungskraft. Im Rahmen der ersten beiden Tage konnte das Projekt Salveo näher vorgestellt, die Zusammenführung mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement nachvollzogen und ein besseres Verständnis für dessen Wirkung im Verein entwickelt werden. Inhaltlich thematisierten die Teilnehmenden vor allem ihre eigene Situation, in einer Sandwich-Position zwischen übergeordneter Führungskraft und den Mitarbeitenden zu stehen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage nach der Übereinstimmung von Verantwortungsrahmen und Entscheidungsrahmen besprochen und alle jene Themen gesammelt, mit denen sich die Gruppe im Rahmen der nachfolgenden Tage auseinandersetzen wollte.

Einen weiteren thematischen Schwerpunkt setzte das Konzept der Salutogenese, anhand dessen die Aspekte von Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit (Kohärenz) reflektiert werden konnten. Dies wurde ausdrücklich unter einer doppelten Perspektive betrachtet: das Verhalten der anwesenden Führungskräfte ihren Mitarbeitenden gegenüber und das eigene Erleben in der Zusammenarbeit mit der übergeordneten Führungsebene. Ausgehend von den in den ersten beiden Tagen gesammelten Themenpunkten bereiteten die Salveo-Mitarbeiterinnen die anschließenden Seminartage im Oktober vor, die nach der Kennenlernphase im ersten Modul zu einer Phase konstruktiver und gemeinschaftlicher Arbeit an dem umfassenden Thema Gesundheit wurden.

Was macht gesunde Führung aus?

Die im Rahmen der Module mit den GesundheitsmentorInnen entstandene Antwortsammlung auf die Fragen „Was macht gesunde Führung aus?“, „Was braucht eine Führungskraft, um gesund führen zu können?“ und „Wie kann ich als Mitarbeitender dazu beitragen, dass gesunde Führung gelingt?“ wurde besprochen, reflektiert und fand inhaltliche Zustimmung. Die formulierten Ideale würden nach Möglichkeit gelebt, vieles davon aber brauche Raum und Zeit. Dieses Bedürfnis nach Zeit, für die Belange der Mitarbeitenden, für die Reflexion der eigenen Arbeit und die Möglichkeit, sich auf Führungsebene auszutauschen und eine gemeinsame Haltung zu entwickeln, tauchte immer wieder auf und begleitete die vier gemeinsamen Tage.

Führen mit Hirn

Zentraler Baustein des Seminars waren die sieben Aspekte zum „Führen mit Hirn“, die Sebastian Purps-Pardigol in Zusammenarbeit mit Gerald Hüther entwickelt und als Buch herausgegeben hat. Die Erkenntnisse der beiden Forscher speisen sich aus Beispielen von Unternehmen, denen es auf unterschiedliche Weise gelungen ist, eine gesunde Unternehmenskultur auf allen Ebenen zu schaffen. Unternehmen also, die sich durch eine hohe Zufriedenheit und Gesundheit aller Mitarbeitenden auszeichnen, das Wohlergehen und die Entfaltung des Einzelnen in den Blick nehmen und nicht trotzdem, sondern gerade deshalb wirtschaftlich erfolgreich sind. Die Beispiele wurden mit Erkenntnissen der modernen Hirnforschung untermauert, anschaulich beschrieben und mit dem persönlichen Erleben der Teilnehmenden in ihren Arbeitszusammenhängen im St. Elisabeth-Verein konfrontiert.

Ein besonders beeindruckendes Beispiel bot an dieser Stelle der Film „Die stille Revolution“ über die Hotelkette Upstalsboom, deren Kultur durch den Geschäftsführer Bodo Janssen „still“ und grundlegend verändert wurde. Sein Weg führte über Selbstachtsamkeit, Meditation, Selbstreflexion und innere Einkehr zu einem Unternehmen in einem neuen und weiten Raum, in dem den Mitarbeitenden sinnstiftende Erfahrungen, das Gefühl von Zugehörigkeit und Wertschätzung ermöglicht werden. Die Entwicklung des Bewusstseins, den Menschen auch im Arbeitskontext als geistiges Wesen zu begreifen und die Haltung, Führung als Aufgabe zur Entfaltung von menschlichen Potentialen zu verstehen, stehen im Zentrum dieser zukunftsweisenden Unternehmenskultur, die einen nachweislich großen Einfluss auf die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden hat. 

Haltung und Bewusstsein entwickeln

Aus den beiden Tagen entwickelte sich das Bedürfnis der Teilnehmenden, auch in Zukunft an dem Thema weiterzuarbeiten, einen Raum zu schaffen, in dem ein Austausch der Führungskräfte stattfinden kann. Ebenso wurde der Wunsch ausgedrückt, verschiedene Projekte und Ansätze, die momentan im St. Elisabeth-Verein umgesetzt werden, zusammenzufassen und eine gemeinsame Haltung für eine bewusste und gelingende Gesundheitskultur zu entwickeln. Im Rahmen der nächsten Steuerungsgruppe BGM soll über einen Gesundheitszirkel für Führungskräfte entschieden werden, weil sich im Verlauf der 4-tägigen Fortbildung herausgestellt hat, dass der Aufbau eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements im St. Elisabeth-Verein ohne die motivierte Mitwirkung der mittleren Führungsebene nur schwer möglich ist.

Termine

Das Salveo-Projekt wird den Wunsch der Teilnehmenden aufgreifen und ein Seminar zum Thema Achtsamkeit für Führungskräfte anbieten. Der Termin hierfür steht bereits fest: 30.04.2019. Auch ein weiteres Seminar für Führungskräfte, in Anlehnung an das stattgefundene, wird angeboten werden und richtet sich an all jene, die an der ersten Veranstaltung nicht, oder nur teilweise, teilnehmen konnten und sich mit dem Thema Gesundheit und gesunde Führung auseinandersetzen möchten. Auch hierfür gibt es schon Termine: 04./05.02.2019 und 26./27.03.2019. Zu allen genannten Veranstaltungen werden rechtzeitig Einladungen verschickt.