Ein Bildschirmarbeitsplatz, der nicht auf seinen Nutzer abgestimmt ist, kann Verspannungen und Verschleißschäden an Wirbelsäule und Haltungsmuskulatur begünstigen. Einseitige Arbeitshaltungen belasten zudem den Kreislauf und können zu Durchblutungsstörungen, Sehstörungen, Kopfschmerzen und psychischen Belastungen führen. Im Sinne einer ökonomischen Statik empfiehlt die Rückenschule, die durch die Wirbelsäule verbundenen Körperabschnitte Becken, Brustkorb und Kopf längs einer Lotlinie anzuordnen. Durch diese ideale Sitzhaltung werden die durch die Schwerkraft wirkenden Kräfte auf die Muskulatur (Drehmomente) möglichst klein gehalten.

Beim aufrechten Sitzen behält die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form und wird gleichmäßig belastet, zudem wird die Rückenmuskulatur beansprucht und gekräftigt. Doch auch die günstigste Grundposition wird zur einseitigen Belastung, wenn man zu lange unbeweglich in ihr verharrt. So nützt zum Beispiel ein ergonomisch ausgeklügelter Bürostuhl überhaupt nichts, wenn sein Benutzer über Stunden unbeweglich auf ihm verharrt. Sitzmöbel sollten vielfältige Bewegungen erlauben und unterstützen, aber bewegen muss man sich schon selbst – das heißt, bei Tätigkeiten im Sitzen zwischendurch möglichst häufig aufzustehen, sich zu strecken und zu räkeln, und die Sitzposition bewusst zu wechseln. Deshalb ist es bei längerem Sitzen wichtiger, auf häufige Haltungswechsel zu achten als auf die „richtige“ Sitzposition. Sich nach einer Weile aufrechten Sitzens auf dem Stuhl zu „lümmeln“, entlastet die Bandscheiben ähnlich wie das Einnehmen der aufrechten Sitzposition nach einer Sitzphase in entspannter Haltung.

Jeder Haltungswechsel, jede Bewegung beim Sitzen fördert den Stoffwechsel der Bandscheiben und beugt Abnutzungserscheinungen vor. Auch Räkeln, Strecken und häufiges Aufstehen zwischendurch gehört daher zum gesunden Sitzen. Gute Sitzmöbel ermöglichen Haltungswechsel, indem sie „mitgehen“ und den Körper in vielen Positionen dynamisch unterstützen. Nutzen Sie Entlastungsvorrichtungen wie Rückenlehne, Lendenstütze, Armlehnen oder leicht nach vorn geneigte Sitzflächen. Letztere erleichtern die Beckenkippung.

So testen Sie, ob Stuhl und Schreibtisch für Sie richtig eingestellt sind:

1. Setzen Sie sich auf Ihren Schreibtischstuhl, so wie Sie das immer tun. Prüfen Sie nun zuerst die Haltung Ihres Oberkörpers. Hängen Ihre Oberarme locker herab? Liegen Ihre Unterarme auf Stuhllehne oder Schreibtisch locker waagerecht zur Tastatur? Bilden Ober- und Unterarme einen rechten Winkel? Dann haben Sie für Ihren Oberkörper bereits die richtigen Einstellungen gefunden. Wenn nicht, stellen Sie den Sitz Ihres Stuhles höher oder niedriger – bis die Unterarme sich waagerecht in Höhe der mittleren Tastaturreihe befinden oder etwas darüber.

2. Überprüfen Sie nun Ihre Beinhaltung. Bilden Ihre Ober- und Unterschenkel jetzt einen Winkel von mindestens 90 Grad? Und können Sie die Füße ganz auf den Boden stellen? Wunderbar! Wenn nicht, hilft Ihnen eine separate Fußablage, die richtige Sitzhaltung einzunehmen.

3. Fußstütze – ja oder nein? – Eine Fußstütze ist immer dann sinnvoll, wenn Sie einen Schreibtisch mit fester Höhe haben, der für Ihre Körpergröße zu hoch ist. Dann stützt die Fußablage Ihre Beine und hilft Ihnen, rückengerecht und entspannt zu sitzen.

Video zum Ergonomischen Sitzen

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Tastatur und Bildschirm